Das Unbewusste

Das Unbewusste ist die Zusammenfassung aller Vorgänge, die im Körper ablaufen ohne bewussten Einfluss. Alles was das Bewusstsein nicht kann oder möchte, übernimmt das Unbewusste. Deswegen wird es oft als ein Eisberg dargestellt, bei dem der grösste Teil unter der Oberfläche ist.

Zu den Systemen des Unbewussten gehören unter anderem das Immunsystem, das endokrine System, das Nervensystem oder auch das Gedächnis. Aber auch unsere Wünsche, Träume, Vorstellungen und Gewohnheiten. Auch wenn die meisten dieser Systeme geschlossen scheinen, können sie doch einander beeinflussen und mit einander kommunizieren.

Deswegen geben wir unseren unbewussten Systemen und Abläufe einen einheitlichen Anstrich. Denn auch wenn es unglaublich komplex zu und her geht, funktioniert doch das meiste nach gewissen ähnlichen Prinzipien. Wir können es also gesamthaft als Unbewusste bezeichnen.

Wenn wir also der Hauptdarsteller in Unserem Leben sind, dann ist das Unbewusste die innere Regie, die dafür sorgt, dass alles reibungslos vonstatten geht. Ob der Herzschlag oder das Gedächnis, das Unbewusste steuert alles für uns.
Weil es so viele Aufgaben hat, ist es wichtig zu verstehen wie es funktioniert.

Was unterscheidet das Unbewusstsein vom bewussten Verstand?

Die Sprache des Unbewussten

Das Unbewusste spricht eine andere Sprache als der bewusste Verstand. Wer schon einmal komisch geträumt hat, weiss von was ich spreche.
Der bewusste Verstand funktioniert in Worten. Genau so wie sie das lesen und sich aus den Buchstaben Wörter, Sätze und Bedeutungen zusammensetzen, benutzt das Unbewusste Bilder und Gefühle.
So kann es mit bewussten Worten nur spärlich umgehen. Wenn wir uns zum Beispiel sagen "Ich bin jetzt glücklich" werden wir es dann? Oder wird es besser wenn ich schreibe "Wenn du dich zurückerinnern kannst, an den glücklichsten Tag in deinem Leben, wie war da das Gefühl?" Im zweiten Beispiel benutzen wir eher die Sprache des Unbewussten. Die Frage bringt oft Bilder und Gefühle hervor die sofort verstanden werden.
Diese Sprache zu verstehen ist wichtig beim Verstehen des Unbewusstes.

Träume

Träume sind ein wichtiger Einblick in die Funktion des Unbewussten. Die Träume sprechen seine Sprache. Manchmal absurd, manchmal sehr nahe an der Realität, funktionieren sie jedoch meist in Bildern. Logik wird so weit zurückgedrängt, dass das zusammenkommen kann, was für das Unbewusste zusammengehört.

Schnell

Das Unbewusste funktioniert sehr schnell. Während die Mühlen des bewussten Verstandes langsam mahlen reagiert das Unbewusste sofort. Es ist die Welt der Impulse und der Reflexe, sowohl im Denken wie auch im Bewegen. Der Geistesblitz kommt schnell und direkt aus dem Unbewusste. Genau so funktioniert auch der Reflex etwas aufzufangen, das auf den Boden fällt.

Gleichzeitig

Im Denken des Bewusstseins läuft alles nacheinander ab. Der eine Gedanken führt zum nächsten in einer direkten Kette. Im Unbewusste passiert vieles gleichzeitig. Logischerweise kann gleichzeitig das Immunsystem einen Feind angreifen und der Herzschlag reguliert werden.
Was der bewusste Verstand abgibt übernimmt sofort das Unbewusste, so können wir z.B. Sprechen und gehen gleichzeitig. Jedoch hört hier die Gleichzeitigkeit nicht auf. Denn auch die Zeit selbst funktioniert Gleichzeitig im Unbewussten.
In der Welt der Gefühle sind emotional bedeutsame Momente höher bewertet als zeitlich nahe. So können wir uns wahrscheinlich besser an unseren ersten Kuss erinnern, als an das Mittagessen von vorgestern. So können vergangene Erlebnisse uns im Jetzt immer noch beeinflussen.
Weil sie das Unbewusste parallel setzt kann die Vergangenheit und die Gegenwart zusammenfliessen. Aber auch die Zukunft ist parallel. Deswegen hilft visualisieren von Erfolgen in der Zukunft beim Erreichen der Erfolge im Jetzt. Weil das Unbewusste keinen grossen Unterschied macht zwischen Bildern, wie wir uns die Zukunft vorstellen, und tatsächlich geschehener Vergangenheit.
Deswegen können wir Kraft auch aus Zukunftsüberzeugungen schöpfen. Oder unser Fortkommen behindern mit negativen Zukunftsvisionen (siehe auch "Selbsterfüllende Prophezeiung")

Mit Gefühlen

Sowohl das Bewusstsein, wie auch das Unbewusste haben einen Drang nach Sinn. Jedoch macht nicht alles für beide Sinn. Während das Bewusstsein für Wirkungen gerne Ursachen hat, ist es für das Unbewusste erst stimmig, wenn das Gefühl passt.
So kann etwas Sinn machen, ohne dass man einen Sinn dafür hat.

Das Unbewusste ist freundlich gesinnt.

Das Unbewusste hat sich in Millionen von Jahren darauf spezialisiert darauf uns zu schützen vor Schaden. Es schützt uns vor Schaden koste es was es wolle. Aus diesem Grund ist es oft so schwer die kleinen Schritte zu gehen, die uns weiterbringen.
Oft hat das anstrengende, das mühsame oder das schwere zum Tod geführt. Sich seinen Ängsten zu stellen ist deshalb so schwer, weil unser Unbewusste darauf konzipiert ist, uns davon abzuhalten. In so vielen Momenten schätzt unser Gehirn etwas als Gefahr ein, vor dem es uns zu schützen versucht, was uns eigentlich weiterbringen könnte. Dieses Könnte ist aber nicht genug.
Das Unbewusste ist schlecht in Wahrscheinlichkeitsrechnung. Du könntest den Faustkampf gegen den Säbelzahntiger gewinnen, doch das Unbewusste möchte dich schützen, indem du es gar nicht versuchst. Deswegen sind Menschen so durchschlagskräftig, die von etwas voll überzeugt sind.
Es muss dich nicht schützen vor etwas, das nicht gefährlich ist. Deshalb ist die Arbeit mit dem Unbewusste auch immer darauf aus es davon zu überzeugen, das etwas möglich ist. Deswegen hat das Selbstbewusstsein auch einen so grossen Einfluss auf so viele Themen. Sei das bei der Selbstheilung oder bei der Selbstverwirklichung. Nur wenn das Unbewusste komplett überzeugt ist, hört es auf dich vor drohender Gefahr schützen zu wollen.

Drastische Massnahmen

Die Massnahmen die das Unbewusste ergreift, können teilweise sehr drastisch sein. Schmerzen, Krankheit und Angst können als Kommunikation verstanden werden.
Wenn Mama dem Kind nur Beachtung schenkt, wenn es krank ist, dann wird das Kind dauernd krank sein. Wenn jemand dauern arbeitet obwohl es unbefriedigend ist, dann muss er halt durch einen Herzinfarkt gestoppt werden.

Auch im sozialen Bereich wird das Unbewusste versuchen dein Überleben zu sichern. Für Menschen, die es nicht selber können, oder sich so einschätzen, ist die Herde überlebenswichtig. Also lässt es dich lieber erstarren oder stottern, anstatt dass du etwas falsches sagst.
Im schlechten Licht zu stehen in der Herde konnte ohne weiteres den Tod bedeuten. Also pumpt es dich voll mit Stresshormonen, wenn du an der Reihe bist mit vor andern sprechen.
Selbst bei Süchten versucht es zu helfen. Wenn du überzeugt bist "Ich kann nicht ohne" dann wärst du ja wahnsinnig, wenn du damit aufhörst.
Deshalb muss der Hypnosetherapeut dem Unbewusstsein klar machen, dass es auch noch einen anderen Weg gibt, um das selbe Ziel zu erreichen. "Hey das geht auch anders" ist eine kraftvolle Überzeugung.

Das Unbewusste beeinflussen

Wir beeinflussen jeden Tag unser Unbewusstes. Jedes Erlebnis kann uns in die eine oder andere Richtung prägen.
Viele möchten jedoch bewusst beeinflussen können, wie das Unbewusste in gewissen Momenten reagiert. Da kommt die Hypnose in Spiel. Einer der wichtigsten Aspekte der Hypnose ist es, die Sprache des Unbewussten zu sprechen.
Damit es die Aufforderungen und Anregungen versteht, müssen diese auf eine besondere Weise formuliert sein. Ausserdem ist es viel einfacher das Unbewusste zu erreichen, wenn die Person sich in einer hypnotischen Trance befindet.

Möglichkeiten

Dann aber wenn wir unsere Wünsche und Ziele richtig formulieren, kann sehr vieles möglich sein. Von Motivation über Lernen bis hin zur Gesundheit wird alles vom Unbewussten geregelt. Mit der richtigen Kommunikation, ist alles zum positiven beeinflussbar. Deshalb ist Hypnose nicht nur gut zur Behandlung von Problemen, sondern auch deren Prävention.

Unbewusste Ressourcen nutzen

Das die Beziehung zwischen dem Unbewussten und dem Bewussten wird auch oft beschrieben als die Beziehung zwischen dem Elefanten und seinem Reiter. Der Elefant muss nicht tun was der Reiter ihm vorgibt, er ist viel stärker.
Je besser die Beziehung zwischen den beiden ist, desto besser sind sie aufeinander abgestimmt. In gewissen Sachen ist der Elefant besser und in gewissen der Reiter und gemeinsam sind sie fast nicht zu stoppen. Deshalb ist wichtig mit dem Unbewusste im Einklang zu sein. Erst dann können wir die Ressourcen unseres inneren Elefanten nutzen.
Wenn wir die Sprache des Unbewusstseins verstehen und anfangen auch auf unser Bauchgefühl zu hören, kann auch unser Elefant mit uns kommunizieren. So Lernen wir besser, sind motivierter, gesünder und allgemein zufriedener. Ein ausgeglichenes Leben können wir nur erreichen, wenn wir auch das Unbewusstsein miteinbeziehen.

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